Honda CB450S

Nachdem die Freundin, die nichts fürs Motorradfahren übrig hatte, Geschichte war, kam eine neue, die fand Motorradfahren nicht nur toll, sondern die machte auch selber den Motorradführerschein. Und nun wollten wir uns beide je ein Motorrad kaufen. Vor Beginn der neuen Saison beim regelmäßigen Besuch des Hondahändlers, da sah ich sie, eine Honda CB450S. Die Maschine in schwarz mit rotem Gitterrohrrahmen und roter Sitzbank gefiel mir gnadenlos gut.

Die Sitzposition war ok, die Verarbeitung machte einen guten Eindruck und das Gerät sah einfach klasse aus. Es gab die Honda mit 27 und 44 PS. Nachdem wir einige Hondahändler abgeklappert hatten, machte uns der Händler unseres Vertrauens ein wirklich attraktives Angebot für zwei Maschinen, so dass wir nicht nein sagen konnten. Im Gegensatz zu der schwarz/roten, die mir so gut gefiel, nahm meine Freundin eine silber/rote mit schwarzer Sitzbank. Einziger Nachteil war, das unser Händler die Maschinen nur in der 27 PS-Ausführung liefern konnte und auch der Umrüstkit für die offene Version war noch nicht lieferbar. Da der Motor richtig aufwendig gedrosselt war und zwar über andere Nockenwellen und geänderte Vergaserbestückung, nicht nur über eine Verengung des Einlass- oder Auslasstraktes, war bis ca. 120 km/h kein Unterschied zur offenen Version zu bemerken, wie wir später feststellen sollten. Darüber drehte die offene Version munter weiter, während die gedrosselte doch recht zäh wurde. Wir sind dann ca. 6.000 km mit der gedrosselten Version gefahren, bis endlich die Umrüstsätze geliefert wurden. Da wir aber hauptsächlich auf Landstraßen unterwegs waren und ganz selten nur auf der Autobahn war die Beschränkung auf 27 PS auch wegen des Motorcharakteristik keine große Einschränkung. Der Motor war als Paralleltwin mit Ausgleichswelle ausgelegt und zog wirklich gut aus unteren Drehzahlen voran. Das Fahrwerk sah nicht nur sportlich aus, sondern fuhr sich auch so. Die vordere Doppelscheibenbremse mit Zweikolbenschwimmsattelbremszangen war ausgesprochen wirkungsvoll, die hintere Trommelbremse diente unauffällig zur Unterstützung.

Auch hier wurde wieder ein Lenkerumbau vorgenommen. Zuerst auf einen der damals so beliebten M-Lenker, dann auf an den Gabelholmen angeschraubten Lenkerstummel. Damit saß man noch etwas tiefer auf der Maschine und konnte so richtig schön durch die Kurven räubern.

Der Motor lief absolut problemlos,  lediglich längeres Standzeiten gefielen ihm überhaupt nicht. Wenn das Motorrad mal zwei Wochen nicht gefahren wurden, dann sprang der Motor extrem schlecht an, vom ersten Anlassen nach der Winterpause nicht zu reden.

Für meine Freundin war es, wie schon geschrieben, ihr erstes Motorrad und nach einiger Zeit merkte sie, dass ihr so eine eher sportlich ausgelegte Maschine nicht so gefiel. Sie hatte ein Auge auf eine Honda Transalp geworfen.  Als wir dann mehrere Male bei Hondahändler waren, um die Transalp zu bewundern, viel mir eine Yamaha SRX auf, die relativ günstig angeboten wurde. Die SRX hatte mir schon bei ihrem Erscheinen sehr gefallen, war mir aber einfach zu teuer gewesen. Da wir dann auch noch die Transalp sehr günstig angeboten bekamen, war die Entscheidung schnell getroffen: Kati tauschte ihre CB450S gegen eine Transalp und ich meine gegen eine Yamaha SRX.