McCoi - Micro controlled Chainoiler

Was mich bei den meisten meiner Moppeds genervt hat, war das Kette Schmieren, Kette Spannen und das meistens mit zäh haftendem Kettenfett eingesaute Hinterrad. In diesem Punkt hat der wartungsfreie Kardanantrieb einer BMW doch echte Vorteile. Beim Surfen im Internet bin ich dann zufällig auf einen Bericht über einen automatischen Kettenöler gestoßen. Diese Bericht zog ein zwiespältiges Resultat, weil die Einstellung des Ölers nicht ganz unproblematisch war und die Ölmenge sich mit der Umgebungstemperatur bzw. der Temperatur des Öles änderte. Bei weiteren Nachforschungen stieß ich dann auf den McCoi, einen Microcontroller gesteuerten Kettenöler (Micro controlled Chain oiler) McCoi. Dieser Öler wird nur als Bausatz angeboten, aber das ist für einen geübten Bastler natürlich überhaupt keine Hürde. Mechanische Bastelleien machen mir überhaupt keine Schwierigkeiten und da ich auch weiß, wo das heiße Ende eines Lötkolbens ist, habe ich mir den Bausatz bestellt. Der McCoi misst über einen Reedkontakt mit einem Magneten (Prinzip Fahrradtacho) die zurückgelegte Wegstrecke, d. h. die Umdrehungen des Rades und gibt pro Wegeinheit, die eingestellt werden kann, mit einer Schwingkolbenpumpe einen Tropfen Öl auf das hintere Kettenrad, wo es sich durch die Fliehkraft auf der Kette verteilt. Es gibt die Möglichkeit einen Regensensor, der die Häufigkeit der Förderung erhöht, zu montieren, sowie eine Kontrollschaltung, die anzeigt, wann ein Tropfen dosiert wurde.

Die Lieferung erfolgte extrem schnell. In einem Karton waren alle Teile nach Baugruppen geordnet in Plastiktütchen verpackt und mit einer sehr guten bebilderten Aufbauanleitung versehen. Wenn man bedenkt, dass das ganze ein reines Hobbyprojekt ist, mit dem man sich sicherlich keine goldene Nase verdienen kann, muss ich wirklich sagen, Hut ab, hier können sich manche so genannten Profis locker eine Scheibe abschneiden. Als Öl hatte ich mir schon vorher das Kettensägenhaftöl von Stihl besorgt, was es allerdings nur im 5 Literkanister gibt. Damit habe ich sicher für den Rest meiner Motorradlaufbahn ausgesorgt.

Der Aufbau der beiden Platinen, ich hatte mir auch die Kontrollschaltung bestellt, die das Funktionieren des Ölers anzeigt, ging nach der gut gemachten Anleitung locker von der Hand und war inklusive Überprüfung in ca. zwei Stunden erledigt. Für die Montage am Motorrad ist eine sorgfältige Planung, was soll wo hin und wie soll das ganze verkabelt werden, sinnvoll, bevor man mit dem Basteln anfängt. Der Weggeber des McCoi wurde an der Vordergabel mit Kabelbindern montiert, in der gleichen Art und Weise wie der Geber für den Fahrradtacho, der als Bordcomputer dient. Der untere Geber ist vom McCoi, der obere vom Fahrradtacho. Für den Magneten wurde ein Loch in die Kunststoffnabenabdeckung gebohrt und der Magnet mit Fünfminutenepoxy eingeklebt. Das geht recht einfach und hält ohne Probleme. Der Geber wurde dann zum Magneten wie in der Anleitung beschrieben ausgerichtet und das Kabel am Bremsschlauch entlang, wo es mit Kabelbindern befestigt wurde, weiter unter dem Tank hindurch bis zur Elektronikbox, die im Heck montiert werden sollte, verlegt.

Die Pumpe wurde mit einem Kabelbinder und untergelegtem Spiegelband (Doppelseitiges Klebeband mit Schaumstoff) auf der linken Seite auf der unteren Halterung des Seitendeckels montiert. Bei montiertem Seitendeckel verschwindet die Pumpe fast vollständig. Der Modellbautank, der als Ölvorratsbehälter dient, wurde gleichfalls mit Spiegelband und zwei Kabelbindern am linken hinteren Unterzug montiert. Damit ist er in unmittelbarer Nähe der Pumpe, der Füllstand kann gut eingesehen werden und es ist eine problemlose Befüllung möglich. Die letzten beiden Punkte sind allerdings nicht von großer Bedeutung, das eine Tankfüllung um die 20.000 km halten soll.

Die Elektronikboxen für Ansteuerplatine und Überwachungsschaltung wurden mit Klettband unter der Heckabdeckung am Ende der Sitzbank montiert. Durch den Klettverschluss können die Boxen zur Einstellung oder Kontrolle leicht abgenommen und wieder montiert werden.

Ein kritischer Punkt ist die Verlegung der Dosiervorrichtung am hinteren Kettenblatt, die aus der Kanüle einer Injektionsspritze besteht. Der Bau einer Halterung bleibt der eigenen Kreativität überlassen. Bei der Transalp bietet sich der Abstreifer aus Kunststoff vor dem hinteren Kettenrad geradezu als Halterung an. Auf diesem Abstreifer wurde die Kanüle grob positioniert und dann mit Heißkleber festgeklebt. Danach erfolgte dann eine Feinjustierung durch Nachbiegen der Kanüle. Als zusätzliche Sicherung, falls sich der Heißkleber einmal lösen sollte, um zu verhindern, dass sich dann die Kanüle und/oder der Schlauch im Kettenrad verfängt, wurde über die Befestigung ein Streifen Panzerband (starkes Klebeband) geklebt.

Die Befestigung des Zuleitungsschlauches erfolgte ebenfalls mit Panzerband. Das ganze ist relativ unauffällig, weil das Klebeband eine ähnliche silberne Farbe hat, wie die Schwinge, hält über die ersten 1.700 km absolut problemlos und lässt sich im Falle der Schwingendemontage z.B. zum Kettenwechsel, problemlos wieder entfernen. Der Regensensor wurde nicht montiert, dafür ein Schalter mit dem der Regenmodus ein- und ausgeschaltet werden kann (hier bestimme immer noch ich, wann es regnet). Der Schalter wurde zusammen mit zwei Leuchtdioden für die Funktionskontrolle und den Regenmodus in ein kleines Gehäuse gesetzt und im Cockpit mit Spiegelband befestigt. Nach einigen Versuchen wurde auch die passende Einstellung gefunden. Jetzt ist die Kette immer schön geschmiert und es gibt nur einen leichten Ölnebel auf Schwinge und Felge, der sich aber im Gegensatz zum Kettenspray problemlos abwischen läßt.